Warum die Krebsfrüherkennung überschätzt wird

Der Spiegel:

Was beeinflusst stärker, ob man ein medizinisches Verfahren für nützlich oder schädlich hält: eine Reihe von Zahlen oder die Geschichte eines Kollegen, dessen Freund durch die Therapie gerettet wurde? Psychologen betonen, dass Menschen sich stark von solchen Anekdoten beeinflussen lassen. Im Fachblatt “Psychological Science” erklären sie es unter anderem mit dieser Tatsache, dass eine Entscheidung gegen ein allgemeines Prostatakrebs-Screening per PSA-Test in den USA für Aufruhr sorgte.

2011 hatte die US Preventive Services Task Force von der Reihenuntersuchung abgeraten – was sich statistisch sauber begründen ließ. In vielen Fällen führte das Screening demnach dazu, dass Männer unter teils schweren Nebenwirkungen behandelt wurden, obwohl ihnen der Krebs zeit ihres Lebens keine Probleme bereitet hätte. Das lässt sich im Einzelfall nicht erkennen, zeigt sich aber bei der Datenauswertung in epidemiologischen Studien.

Trotzdem stieß die Entscheidung gegen den PSA-Test auf erbitterte Proteste. Denn aus psychologischer Sicht stellte sich die Lage völlig anders dar, erklären Hal Arkes von der Ohio State University und Wolfgang Gaissmaier vom Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

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