Kreislauf der Geschenke

Süddeutsche.de:

Warum es in Ordnung ist, Präsente weiterzugeben

Geburtstag, Hochzeit, Kommunion, Konfirmation, Einschulung und bald wieder Muttertag: Ständig soll irgendjemand beschenkt werden. Das stresst, und am Ende wird wieder etwas wenig Kreatives in Geschenkpapier versteckt. Emotionale Entlastung lässt sich nun aus einer Studie ziehen, die im Fachblatt Psychological Science (online) erscheint. Gabrielle Adams von der London Business School belegt darin wieder einmal, wie sehr die Vorstellungen von Schenkenden und Beschenkten auseinanderklaffen. Die Psychologin zeigt, dass man eines der großen Tabus getrost ignorieren darf und bedenkenlos ein Geschenk weitergeben könne, mit dem man selbst einst erfolglos erfreut werden sollte. Für den Erstschenker sei dieses Verhalten längst nicht so kränkend, wie der ursprünglich Beschenkte fürchtet.

‘Etwas weiter zu schenken, ist nicht schlimm’, sagt Adams, ‘im Gegenteil, damit lässt sich sogar sicherstellen, dass ein Geschenk weitergereicht wird, bis sich jemand wirklich darüber freut.’ Doch die meisten Menschen bewerten dieses Verhalten negativ. Wer ein Geschenk weitergibt, könne es auch gleich wegschmeißen, sagten auch die Probanden der Psychologin. Dieses Tabu besteht jedoch vor allem aus der Sicht der Beschenkten. Für die Schenkenden in der Studie war es kaum der Rede wert, wenn ihr Präsent weitergegeben wurde.

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